Nachgefragt: Wie steuere ich wirkungsvoll - Teams, mich selbst, Projekte?


Die Antwort von Alexander Höhn: 
Arbeitspakete sind geschnürt, Zeitpunkte definiert, Rollen sind verteilt - "Allem Anfang wohnt der Zauber inne...", dieser Satz Hermann Hesses scheint die Atmosphäre des Anfangs innerhalb des Projektteams gut zu beschreiben.

Allerdings zeigen sich nach einigen Wochen die ersten Ermüdungserscheinungen, Verbindlichkeiten werden nicht eingehalten, Projekttreffen verpasst - alles aus guten Gründen und doch zum Leidwesen des Projektleiters, der mit seinen Zielen erheblich unter Druck steht. Im Verlauf wird die ambivalente Haltung einiger Teammitglieder immer evidenter, auch die Sinnhaftigkeit im Team scheint in Frage gestellt, doch die Zeit für langwieriges Konfliktmanagement ist - aus Sicht des gestressten Projektleiters - momentan wirklich nicht gegeben.

  • Droht das Projekt zu versanden?
  • All diese Phänomene sind vertraut?
  • Was ist zu tun?
  • Was verspricht Wirkung?

Meist sind wir auf die fachliche Ebene fokussiert und ignorieren die Bedeutung der inneren Haltung – meiner eigenen und die der Menschen, die ich für meine Ziele benötige.

Die Hirnforschung ist an diesem Punkt ganz eindeutig:
Spitzenleistung entsteht an der Nahtstelle aus fachlicher Kompetenz und dem "freien Willen", also meiner Einstellung zu Begeisterung, Sinnhaftigkeit und Ambivalenz. Dies setzt das Bewusstsein voraus, die Bedeutung der eigenen Selbststeuerung und deren wertschätzend-konfrontative Kommunikation ins Projektteam zu erkennen.

Welchen Prämissen folge ich? Was ist mir besonders wichtig und wie gelingt es mir, diese Themen, ebenbürtig neben den fachlichen, zu positionieren, zu verhandeln und Verbindlichkeit herzustellen?
Wie trainiere ich, über mich zu sprechen und so den Raum für Verantwortung eines jeden einzelnen Teammitglieds fürs Ganze entstehen zu lassen?

An der "Ich-Du-Synapse" des "Präfrontalen Cortex", unseres Steuerungselements im Hirn, entsteht über persönliche Beziehung und Bindung Verbindlichkeit, Loyalität und Durchhaltevermögen. Wertschätzende Kommunikation bei Gelingen und Konflikten bestätigt und festigt diese "Synapse", dies erklärt den entstehenden "freien Willen" bei Teams, die lustvoll, sinnvoll und beziehungsorientiert miteinander arbeiten.

Der Schlüssel hierfür?
Der liegt in der Hand (dem Herzen und dem Verstand) des agierenden Projektleiters, Projektmanagement auch als Kulturmanagement zu begreifen. Ketzerisch formuliert – als Lust- und Begeisterungsmanagement!