Coaching-Retreat für Führungskräfte

Ein Bericht von Alexander Höhn: Lust an innerer und äusserer Bewegung? Ein Eindruck aus dem Spessart.

Bei strömendem Regen erreiche ich Mespelbrunn, ein verschlafener Ort im Spessart, magisch aus Kindertagen: „Das Wirtshaus im Spessart“ kommt mir in den Sinn, das laute Pfeifen im Walde und das von Räubern gekaperte Wirtshaus tief im dunklen Walde. Heute gestaltet sich das alles ruhig und das Wirtshaus empfängt mich unverdächtig, eher etwas aus "der Zeit gefallen“.

Die Idee ist schlicht: Intensive Coaching-Sessions, also Selbstreflexionen, Perspektivwechsel, Feedback und alternative Handlungsstrategien ersinnen, entwickeln, üben, sich Zeit nehmen, Ruhe und Kontemplation genießen, im Wechsel mit Wanderungen in ruhigem Tempo durch den Wald. Das ist das Vorhaben für die kommenden drei Tage.

Am ersten Morgen beginnen wir in der Intimität einer kleinen Gruppe mit intensivem Kennenlernen, der Sondierung der biographischen Stationen und der Identifikation der Themen aus den divergierenden Lebensbereichen - Vertraulichkeit und selbstverantwortliches Interesse lassen eine dichte Atmosphäre entstehen; wir "checken" die körperlichen Konstitutionen und Konditionen und starten am Nachmittag zu unserer ersten Wanderung durch den Spessart. 

Bewusst entschied ich mich als Coach für eine eher kontemplative Form der Bewegung und weniger für eine leistungsorientierte. Das genießen die Menschen bereits während unserer ersten Tour. Stille, Natur, Atmen, Bewegen und die gemeinsame Arbeit in sich "hineinsickern" lassen ohne den üblichen Wirkungs- und Optimierungsdruck. Gehen, Nachdenken, die Gedanken schweifen lassen.

Nach dem Abendessen setzen wir uns noch für eine intensive Runde zusammen. Die Themen und Geschichten hinter den Anlässen des Tages werden ausgesprochen und inhaltliche Aspekte verbinden sich mit dem Begreifen emotionaler Zusammenhänge.

In diesem Rhythmus vergeht auch der zweite Tag, nach dem Frühstück gemeinsames "Coachen" und zwei Wanderungen, vormittags und nachmittags mit der erstaunlich "beweglichen" Gruppe, im doppelten Sinne. Danach findet wieder ein intensiver Abend statt, Zeit für Visionen und Zukunftsszenarien, sowie konkretes Ausprobieren alternativer Verhaltensweisen. Noch am Abend formuliert die Gruppe den Wunsch, gleich am nächsten Morgen mit einer letzten Wanderung zu starten. Wir enden gemeinsam mit einer Reflexion und konkreten Vereinbarungen oder dem bewussten Weglassen derselben, um der Entwicklung dieser Tage Raum zu geben.

Großen Anklang, bei den Teilnehmern wie bei mir, fand die Kombination aus intensiver Begegnung innerhalb der Coachings und den langen, ruhigen Wanderungen in der Natur.

Der Genuss lag in diesem Rhythmus – und, das darf mit einem humorvollen Lächeln so gesagt werden – in der Wohltat für Körper, Geist und Seele.