Coaching: Natur, Bewegung und Selbstwirksamkeit


Ein Beitrag von Alexander Höhn

Würden Sie sich als ehrgeizig beschreiben? Als zielorientiert? Mehr noch als fokussiert?
Als SpezialistIn für die Erahnung der Befriedigungsmuster relevanter PartnerInnen im Berufs- und Privatleben?
Provokant formuliert: Sind Sie immer zu Diensten? Und noch provokanter: Stellt auch der obligate Besuch des Fitnessstudios ein Element dar zur Perfektionierung des Bildnisses, das sich die Außenwelt von Ihnen vermeintlich macht? Sind Sie oftmals in wechselnden Zuständen zwischen Erregung und Erschöpfung?

Sollten Sie einige Fragen bejahen, sind Sie zu beglückwünschen:
Sie erfüllen die Attribute einer wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreichen Person, soweit wir dem Mainstream unserer westlichen Welt entsprechen mögen oder: Haben wir überhaupt die Wahl (des vermeintlich) freien Willens?
Diese Frage wird in der Hirnforschung kontrovers diskutiert.

Ich möchte mir die Hoffnung der Aufklärung nicht nehmen lassen und folge Kant, Hegel und Rousseau in dem Glauben an einen freien Willen - wenn auch in dem Wissen über die Wirkkraft unbewusster Muster, teilbewusster Antriebe im Zusammenhang mit der eigenen kulturellen Geschichte.

In diesem Zusammenhang sind unsere Selbstwahrnehmungen zu verstehen, sind wir als soziale Wesen doch ganz fundamental Entsprechende (den Erwartungen der Eltern und anderer Gruppen gegenüber) und stehen unser Leben lang in einem bestenfalls kreativen bis dysfunktionalen Spannungsverhältnis zwischen Entsprechung, Hingabe, Kooperation bis Selbstaufgabe, Fremdsteuerung und “Hörigkeit” und dem Gegenpol der Autonomie, der Selbstakzeptanz und Selbstliebe.

In welchem Kontext steht das nun mit der Natur? Und der Bewegung?
Der  Hypnotherapeut Milton H. Erickson arbeitete viel mit “Hausaufgaben”. Eine beliebte war, Menschen zu regelmäßigen Besuchen in einem botanischen Garten zu ermuntern und zur detaillierten Beobachtung des Wachstums von Pflanzen. Dies, um die Kräfte von Selbstheilung und Wachstum zu stimulieren - sind wir doch ein Teil der etwas distanziert formulierten “Um-Welt”.
Von Kindern lernen: Einen Bachlauf beobachten, die Wolken ziehen lassen, durch alle Jahreszeiten durch den selben Park spazieren, dieselbe Landschaft, Zyklen erleben, Wasser beobachten, Regen geniessen. Sich erfassen als in der Zeit stehend, Bestandteil sein, die Gleichgültigkeit der Natur erleben, sich erleben als organisches Wesen, als spirituelles Wesen auf der Suche nach Sinn und Erfüllung.

Merken Sie etwas? Unserem Alltag und seiner Wertehierarchie steht dies diametral gegenüber und hat eher mit Kunst, Märchen erzählen und Meditieren zu tun. Vermeintlich - denn der Weg kann eine Verbindung zwischen den Welten sein und kein sich abwertender Konkurrenzkampf.

Wobei wir bei der Brücke wären, der Bewegung: Schon die Philosophen des 18. Jahrhunderts formulierten eine Philosophie des Spazierengehens. Langes Gehen, langsames Joggen, Wandern erhöht die Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung des Äusseren, der Natur.
Auf Dauer bilden sich neuronale Strukturen des Wohlbefindens, des Einklangs, der Ruhe, der Gelassenheit, des Einsseins oder eben auch nicht, da wir uns meistens in einem Ungleichgewicht befinden und Humor nützlich ist in eigener Sacher, tendieren wir eher zur Leistung (in unserer Kultur) als zur Kontemplation.

Gehen Sie spazieren in Wald und Flur.
Oder besuchen Sie unseren Workshop zum Thema - „Coaching-Retreat: Wandern und Arbeiten an relevanten Lebensthemen" ...


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